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Glücksspielsucht in der Schweiz: Ein Blick hinter die Kulissen für passionierte Spieler

Als regelmässiger Spieler kennen Sie die Faszination und den Nervenkitzel, den Glücksspiele bieten können. Ob im Online-Casino, an Spielautomaten oder bei Sportwetten – das Spiel um den Gewinn ist ein fester Bestandteil vieler Leben. Doch gerade weil wir uns in dieser Welt bewegen, ist es unerlässlich, auch die Schattenseiten zu kennen und zu verstehen. In der Schweiz, einem Land mit einer langen Tradition im Glücksspiel, ist das Thema Spielsucht, oder wie es offiziell heisst, Glücksspielsucht, von besonderer Relevanz. Es geht nicht darum, den Spass am Spiel zu nehmen, sondern darum, sich der Risiken bewusst zu sein und verantwortungsvoll damit umzugehen. Informationen und Hilfestellungen dazu finden Sie beispielsweise auf der offizielle Website, die sich mit Prävention und Unterstützung auseinandersetzt.

Was ist Glücksspielsucht und wie entsteht sie?

Glücksspielsucht ist eine anerkannte Krankheit, die sich durch ein zwanghaftes Verlangen nach Glücksspielen auszeichnet, trotz negativer Konsequenzen für die eigene Person, Familie oder Finanzen. Es ist wichtig zu verstehen, dass es sich nicht um einen Mangel an Willenskraft handelt, sondern um eine komplexe Abhängigkeit, die sowohl psychologische als auch neurologische Komponenten hat.

Die Psychologie hinter der Sucht

Für viele beginnt das Spielen als harmlose Freizeitbeschäftigung. Doch bestimmte Faktoren können dazu führen, dass sich das Verhalten verselbstständigt. Dazu gehören:

  • Die Illusion der Kontrolle: Spieler glauben oft, dass sie das Ergebnis beeinflussen können, obwohl es rein zufällig ist.
  • Das “Fast-Gewinn”-Phänomen: Knapp verpasste Gewinne werden oft als Beleg dafür interpretiert, dass der nächste Gewinn unmittelbar bevorsteht.
  • Die Flucht vor Problemen: Glücksspiel kann als Bewältigungsmechanismus für Stress, Langeweile oder andere emotionale Schwierigkeiten dienen.
  • Das Belohnungssystem des Gehirns: Gewinne setzen Dopamin frei, einen Neurotransmitter, der mit Vergnügen und Belohnung verbunden ist, was das Verlangen nach mehr Spiel verstärkt.

Risikofaktoren und Warnsignale

Nicht jeder, der spielt, wird süchtig. Es gibt jedoch bestimmte Risikofaktoren, die die Anfälligkeit erhöhen können, wie etwa eine Vorgeschichte von anderen Süchten, psychische Erkrankungen oder ein stressiges Umfeld. Für regelmässige Spieler ist es entscheidend, die Warnsignale zu kennen:

  • Immer höhere Einsätze, um den gleichen Nervenkitzel zu spüren.
  • Gedanken kreisen ständig um das Glücksspiel.
  • Versuche, das Spielen zu reduzieren oder zu beenden, scheitern.
  • Lügen über das Ausmass des Spielens gegenüber Familie und Freunden.
  • Vernachlässigung von Arbeit, Schule oder sozialen Verpflichtungen aufgrund des Spielens.
  • Geld leihen oder stehlen, um spielen zu können oder Schulden zu begleichen.
  • Gefühle von Schuld, Angst oder Depression nach dem Spielen.

Die Situation in der Schweiz: Gesetzgebung und Prävention

Die Schweiz hat in den letzten Jahren ihre Gesetzgebung im Bereich Glücksspiel angepasst, um den Spielerschutz zu verbessern und der Glücksspielsucht entgegenzuwirken. Das Geldspielgesetz (BGS) von 2019 hat hier wesentliche Neuerungen gebracht.

Verantwortung der Anbieter

Schweizer Online-Casinos und terrestrische Spielbanken sind gesetzlich verpflichtet, Massnahmen zum Spielerschutz zu ergreifen. Dazu gehören:

  • Identifikation von Risikospielern: Anbieter müssen Systeme implementieren, um Spieler mit problematischem Spielverhalten zu erkennen.
  • Selbstsperren und Fremdsperren: Spieler haben die Möglichkeit, sich selbst vom Spiel auszuschliessen, und in bestimmten Fällen können auch Dritte eine Sperre beantragen.
  • Information und Aufklärung: Anbieter müssen über die Risiken des Glücksspiels informieren und auf Hilfsangebote verweisen.
  • Einsatzlimits: Spieler können individuelle Limits für Einsätze und Verluste festlegen.

Präventions- und Hilfsangebote

Neben den Massnahmen der Anbieter gibt es in der Schweiz ein breites Netz an Präventions- und Hilfsangeboten. Diese reichen von Beratungsstellen bis hin zu Selbsthilfegruppen. Es ist wichtig zu wissen, dass Hilfe vertraulich und oft kostenlos in Anspruch genommen werden kann. Einige Anlaufstellen sind:

  • Sucht Schweiz: Bietet umfassende Informationen und eine Liste von Beratungsstellen.
  • Spielsucht Schweiz: Eine spezialisierte Organisation, die sich ausschliesslich mit Glücksspielsucht befasst.
  • Regionale Suchtberatungsstellen: In fast jedem Kanton gibt es Anlaufstellen, die persönliche Beratung anbieten.

Verantwortungsvolles Spielen: Praktische Tipps für regelmässige Spieler

Als regelmässiger Spieler tragen Sie eine Eigenverantwortung. Es gibt verschiedene Strategien, um den Spass am Spiel zu erhalten und gleichzeitig das Risiko einer Abhängigkeit zu minimieren.

Setzen Sie sich klare Grenzen

  • Budget festlegen: Bestimmen Sie vor dem Spielen, wie viel Geld Sie maximal verlieren dürfen, und halten Sie sich strikt daran. Spielen Sie niemals mit Geld, das Sie für Miete, Essen oder andere wichtige Ausgaben benötigen.
  • Zeitlimit setzen: Legen Sie fest, wie lange Sie spielen möchten, und beenden Sie das Spiel, wenn die Zeit abgelaufen ist, unabhängig davon, ob Sie gewinnen oder verlieren.
  • Verlustlimits nutzen: Viele Online-Casinos bieten die Möglichkeit, Verlustlimits festzulegen. Nutzen Sie diese Funktion aktiv.

Reflektieren Sie Ihr Spielverhalten

  • Pausen einlegen: Machen Sie regelmässige Pausen vom Spielen, um Abstand zu gewinnen und Ihr Verhalten zu reflektieren.
  • Nicht unter Einfluss spielen: Vermeiden Sie das Spielen, wenn Sie gestresst, deprimiert, wütend oder unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehen. Emotionen können das Urteilsvermögen trüben.
  • Gewinne nicht reinvestieren: Betrachten Sie Gewinne nicht als “Spielgeld”, das Sie wieder einsetzen können. Nehmen Sie Gewinne mit und geniessen Sie sie.
  • Suchen Sie nach Alternativen: Haben Sie andere Hobbys und Interessen ausserhalb des Glücksspiels. Ein ausgewogenes Leben ist der beste Schutz.

Seien Sie ehrlich zu sich selbst und anderen

  • Sprechen Sie über Ihr Spielverhalten: Wenn Sie das Gefühl haben, die Kontrolle zu verlieren, sprechen Sie mit einer vertrauenswürdigen Person oder suchen Sie professionelle Hilfe.
  • Achten Sie auf die Warnsignale: Ignorieren Sie nicht die Anzeichen einer möglichen Sucht. Frühzeitiges Handeln ist entscheidend.

Fazit: Bewusstsein schafft Schutz

Glücksspiel kann eine unterhaltsame Freizeitbeschäftigung sein, birgt aber auch Risiken. Für regelmässige Spieler in der Schweiz ist es von entscheidender Bedeutung, sich der Glücksspielsucht bewusst zu sein und verantwortungsvoll zu handeln. Die Schweiz hat mit ihrem Geldspielgesetz und den vielfältigen Hilfsangeboten eine gute Grundlage geschaffen, um Spieler zu schützen. Doch letztendlich liegt es an jedem Einzelnen, diese Angebote zu nutzen und die eigene Spielweise kritisch zu hinterfragen.

Indem Sie sich selbst Limits setzen, Ihr Verhalten reflektieren und bei Bedarf Hilfe suchen, können Sie den Spass am Spiel bewahren und gleichzeitig das Risiko einer Abhängigkeit minimieren. Denken Sie daran: Das Ziel ist es, das Spiel zu geniessen, nicht, von ihm kontrolliert zu werden.